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Faszination Gedächtnis

Verfasser*in: Suche nach Verfasser*in Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
Verfasser*innenangabe: Spektrum der Wissenschaft
Jahr: 2026
Verlag: Heidelberg, Spektrum der Wissenschaft
Mediengruppe: Buch
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Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser, schreiben Sie auch so gerne To-do-Listen? Stellen sich Erinnerungswecker für die nächsten Arzttermine? Und notieren sich sicherheitshalber noch mal, dass die Kollegin morgen Geburtstag hat? Mein Smartphone ist voll mit derartigen Notizen. Ich möchte nichts vergessen, und doch frage ich mich manchmal, ob ich meinem Gedächtnis mit all diesen kleinen Hilfsmitteln nicht schade.
Diese Frage entsteht wohl auch deshalb, weil wir Erinnern oft mit Leistung gleichsetzen – und Vergessen mit Versagen. Dabei ist das Vergessen in einer Zeit, in der wir mit Aufgaben, Eindrücken und Informationen überschüttet werden, eine Grundvoraussetzung dafür, dass unser Gehirn gesund funktioniert. Es ist kein Makel, sondern ein notwendiger Mechanismus, der uns hilft, die Flut der Eindrücke zu ordnen und handlungsfähig zu bleiben.
Tatsächlich arbeitet unser Gehirn ununterbrochen daran, Wichtiges zu stabilisieren und Überflüssiges auszusortieren. Und dieser Prozess beginnt früher, als viele denken: Schon Einjährige legen erste, erstaunlich robuste Gedächtnisspuren an. Andere Erinnerungen hingegen verblassen, werden überschrieben oder manchmal sogar durch vermeintliche »Erinnerungen« ersetzt, die in Wirklichkeit Konstruktionen unseres Gehirns sind. Das Gedächtnis ist ein System, das fortwährend auswählt, verstärkt, schwächt, löscht – und sich dabei selbst verändert.
Die Neurowissenschaften beschäftigen sich schon lange mit der Frage, wie wir unser Gedächtnis beeinflussen können. Dass Gerüche und Musik Erinnerungsmechanismen aktivieren, haben Sie sicher auch schon erlebt. Doch auch grundlegende Faktoren wie Licht, Bewegung und Schlaf haben einen großen Einfluss auf unser Erinnerungsvermögen.
In dieser Ausgabe widmen wir uns daher den vielen Facetten des Erinnerns und Vergessens. Warum tut es gut, Gedanken bewusst loszulassen? Schwächen digitale Helfer unser Gedächtnis – oder unterstützen sie es sinnvoll? Und wie gelingt es uns, die beeindruckende Anpassungsfähigkeit unseres Gehirns zu nutzen, selbst noch im höheren Alter?
Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dieser ersten Ausgabe unserer neuen Reihe »Spektrum Dossier«! Herzlichst Carolin Wagener, Redaktion Spektrum der Wissenschaft.
 
IN DIESER AUSGABE
 
Editorial 3
Impressum 21
Buchtipp 82
»Mit der eigenen Vergangenheit leben« von Charles Pépin
Faszination Gedächtnis
6 Erinnerung Ganz normale Vergesslichkeit
Ein gewisses Maß ist wichtig für ein gesundes Gedächtnis und kein Grund zur Sorge.
Von Martin Korte
16 Leistungsfähigkeit Das Gedächtnis über das Gedächtnis
Wer sein »Metagedächtnis« versteht, kann es mit ein paar Tricks verbessern.
Von Monika Undorf
22 Gute Frage Kann man etwas absichtlich vergessen?
Etwas zu vergessen, heißt nicht, dass es endgültig gelöscht ist.
Von Nikolai Axmacher
24 Psychische Gesundheit Warum es manchmal heilsam ist, Gedanken
aktiv loszulassen
Die Forschung geht davon aus, dass man Vergessen trainieren kann – mit positiven Effekten.
Von Hannah Schultheiß
28 Geistesblitze Manipulation | Autobiografisches Gedächtnis
Falsche Erinnerungen sind seltener als gedacht | Wobei Spiegelbildillusionen helfen können
Von Corinna Hartmann und Christiane Gelitz
30 Lernmethoden Der Quizeffekt
Selbsttests sind eine der effektivsten Lernmethoden, wenn man sie richtig einsetzt.
Von Christiane Gelitz
34 Tai-Chi Hirntraining aus dem Fernen Osten
Die Kombination aus Bewegungen und Atemübungen stärkt auch die geistigen Kräfte.
Von Sébastien Bohler
38 Schlafforschung Lernen im Schlaf
Unbewusst wahrgenommene Reize können die Erinnerungsfähigkeit verbessern.
Von Ingrid Wickelgren
48 Geruchsgedächtnis Die Macht der Düfte
Die Wirkung von Gerüchen wird zunehmend verstanden und medizinisch genutzt.
Von Roxanne Khamsi
54 Kognition Wie Licht das Denken beflügelt
Wenn Wellenlänge und Leuchtstärke stimmen, kann das die Denkleistung verbessern.
Von Frank Luerweg
62 Gute Frage Wie alt ist unsere früheste Erinnerung?
Studien zeigen, ab wann das autobiografische Gedächtnis zu arbeiten beginnt.
Von Sabine Seehagen und Norbert Zmyj
63 Geistesblitz Bereits Einjährige speichern Erlebtes ab
Schon viel früher als vermutet formen Kleinkinder Erinnerungen.
Von Michaela Maya-Mrschtik
64 Geistige Fitness Was lässt das Gehirn altern?
Die Ursachen für einen »Brain Age Gap« sind vielfältig – so wie die Wege, ihn zu bremsen.
Von Frank Luerweg
72 Neuroplastizität im Alter Was dem Hirnabbau entgegenwirkt
Das Geheimnis des cleveren Alterns: »neuronale Kompensation«.
Von Nico Bunzeck
78 KI-Tools Fluch oder Segen?
Verlernen wir durch ChatGPT & Co., unseren Verstand zu gebrauchen?
Von Helen Pearson

Details

Verfasser*in: Suche nach Verfasser*in Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
Verfasser*innenangabe: Spektrum der Wissenschaft
Jahr: 2026
Verlag: Heidelberg, Spektrum der Wissenschaft
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Systematik: Suche nach dieser Systematik PI.HLG
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ISBN: 978-3-690-41069-4
2. ISBN: 3-690-41069-X
Beschreibung: 1. Auflage, 84 Seiten
Schlagwörter: Gedächtnis
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Sprache: Deutsch
Mediengruppe: Buch