Verhaltensweisen, Handlungen und Reaktionen eines Partners ermöglichen, fordern und stabilisieren die neurotische Konfliktabwehr des anderen Partners. Oft ist der Vorgang reziprok, so daß auch die Abwehr des ersten Partners durch den zweiten gefestigt wird. Ähnliches gilt auch für die institutionalisierten Formen der psychosozialen Abwehr, die im zweiten Teil dieses Buches beschrieben werden. Auch hier besteht das Grundprinzip in einer Erhärtung, Sicherung und Festigung der intrapsychischen Abwehr durch ihre Verankerung in der Realität. Stavros Mentzos (* 1930 in Athen) ist ein Neurologe, Psychiater und Psychoanalytiker griechischer Herkunft. Arbeitsschwerpunkte sind die Dynamik und Therapie von Psychosen, Persönlichkeitsstörungen und Neurosenlehre sowie die Psychosoziale Funktion von Konflikten. S.Mentzos ist Herausgeber der Schriftenreihe „Forum der psychoanalytischen Psychosentherapie“ und Autor von mehreren Fachbüchern.
Inhalt
Vorwort.............................................................. 9
Vorwort zur erweiterten Neuausgabe............... 11
Einführung......................................................... 13
1. Die intrapsychischen (individuellen) Abwehrmechanismen........... 13
2. Die interpersonalen Abwehrkonstellationen.... 15
Erster Teil
1. Das Konzept der interpersonalen Abwehr......... 21
1. Drei Beispiele ......................................................... 21
2. Interpersonale Abwehr-eine erste Definition ... 26
3. Abgrenzung gegenüber der individuell-intrapsychischen Abwehr............ 27
4. Haben Abwehrmechanismen nur Abwehrfunktion? ......................... 31
11. Interpersonale Abwehr in verschiedenen Interaktionssystemen ............. 33
1. Die Ehe..................................................................... 33
2. Einzeltherapie -Übertragung und Gegenübertragung ...................... 38
3. Gruppentherapie...................................................... 43
in. Versuche einer Typologie interpersonaler Abwehrkonstellationen ............ 53
1. Symmetrische und komplementäre Abwehrkonstellationen .......... 55
2. Dyade versus Gruppe.................................... 57
3. Psychoneurotischer versus narzißtischer Konflikt . 58
A. Triebbedürfnisse, Triebkonflikte................ 60
B. Narzißtische Bedürfnisse, narzißtische Konflikte 61
4. Interpersonale Abwehrkonstellationen bei psychotischen Patienten.......... 67
5. Schlußbemerkungen und ein besonderer Fall .... 72
Zweiter Teil
iv. Institutionalisierte und kollektive Formen der psychosozialen Abwehr................................................... 79
1. Institutionen............................................................ 79
2. Der Zerfall von Institutionen und seine Folgen für
die psychosoziale Abwehr....................................... 86
3. Drei Beispiele......................................................... 89
A. Die Werbung...................................................... 89
B. Gruppenidentität................................................ 91
C. Strafrecht und kollektive psychosoziale Abwehr 93
Dritter Teil
v. Einige Implikationen für die sozialpsychologische und
psychotherapeutische Praxis................................... 99
1. Vorbemerkung......................................................... 99
2. Drei Gefahren......................................................... 100
3. Institutionsanalyse, Veränderungsstrategien .... 103
4. Einzel- und Gruppenpsychotherapie..................... 107
5. Schlußbemerkungen................................................ 110
Vierter Teil
vi. Kulturtheorie: Der Zusammenhang zwischen dem
intrapsychischen und dem sozialen Konflikt......... 115
1. Das neurotische Potential in der Gesellschaft .... 115
2. Trieb und Kultur...................................................... 117
3. Woher kommt das schlechte Gewissen?.................. 123
4. Zwei Funktionsebenen der Institution.................. 125
5. Der Trieb-Kultur-Antagonismus und das Realitätsprinzip ........ 130
6. Der Gegensatz zwischen Triebwunsch und Realität
in seiner Beziehung zum sozialen Konflikt........ 132
7. Die Beziehungen zwischen dem intrapsychischen
Grundkonflikt und dem sozialen Konflikt........ 135
vii. Der Krieg als psychosoziales Arrangement............... 141
1. Zur Definition des Krieges .................................... 141
2. Die psychosozialen »Funktionen« des Krieges . . . 147
3. Die Verzahnung zwischen der sozioökonomischen
und der psychosozialen Dimension........................ 151
Anmerkungen ......................................................... 161
Literatur .................................................................. 165
Register .................................................................. 168