Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine häufige Folge traumatischer Erlebnisse wie Gewalttaten, Unfälle oder Naturkatastrophen. Die Betroffenen erleben immer wieder Aspekte des Traumas in sehr lebhafter und emotional belastender Form und vermeiden Personen, Gespräche und Situationen, die an das Erlebnis erinnern. Die Neubearbeitung des Bandes beschreibt das Vorgehen in der Kognitiven Therapie für PTBS, einem Therapieprogramm, dessen Wirksamkeit durch intensive Forschungsarbeiten belegt ist.
Nach einer Beschreibung des Störungsbildes, die auch auf die aktuellen Diagnosekriterien nach ICD-11 eingeht, werden Modelle zur Entstehung und Aufrechterhaltung einer PTBS vorgestellt. Weiterhin werden diagnostische Verfahren beschrieben und praktische Hinweise für die Diagnosestellung und Therapieplanung gegeben. Praxisorientiert wird die Durchführung der Behandlung geschildert. Ziel ist es, die persönlichen Bedeutungen des Traumas und/oder seiner Folgen zu verändern, das intrusive Wiedererleben zu reduzieren und die Patientinnen und Patienten zu befähigen, die dysfunktionalen Verhaltensweisen und kognitiven Strategien aufzugeben, mit denen sie versuchen, die wahrgenommene aktuelle Bedrohung und die PTBS-Symptome zu kontrollieren. Zahlreiche Beispiele veranschaulichen die einzelnen Elemente der Therapie. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Darstellung der Verbindung des imaginativen Nacherlebens des Traumas mit kognitiven Therapiemethoden. Die Neubearbeitung des Buches enthält zusätzliche Informationen zur Aktualisierung des Traumagedächtnisses und zur Diskrimination von Auslösern sowie mehr Beispiele zu wiederholten Traumata und zur komplexen PTBS (kPTBS). Der Band arbeitet noch stärker die Unterschiede zu traditionellen Expositionsansätzen heraus und referiert zahlreiche Befunde zur Wirksamkeit kognitiv-verhaltenstherapeutischer Therapieansätze mit Traumafokus.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort zur 2. Auflage ........................................................................................... 1
Danksagung zur 1. Auflage................................................................................... 3
1 Beschreibung des Störungsbildes........................................................ 4
1.1 Bezeichnung........................................................................................ 4
1.2 Definition.............................................................................................. 5
1.2.1 Symptome der PTBS............................................................................ 5
1.2.2 Was macht einen Stressor traumatisch?........................................... 6
1.2.3 Diagnostische Kriterien nach ICD-11.................................................. 7
1.3 Epidemiologische Daten..................................................................... 9
1.3.1 Häufigkeit traumatischer Ereignisse.................................................. 9
1.3.2 Art des Traumas................................................................................... 9
1.3.3 Prävalenz der PTBS in der Bevölkerung ............................................. 9
1.4 Verlauf und Prognose.......................................................................... 10
1.5 Differenzialdiagnosen.............................................................. 10
1.6 Komorbidität ....................................................................................... 11
1.7 Diagnostische Verfahren und Dokumentationshilfen........................ 12
2 Störungstheorien und Modelle............................................................. 13
2.1 Überblick.............................................................................................. 13
2.2 Persönliche Bedeutungen des Traumas und/oder seiner
Konsequenzen...................................................................... 15
2.3 Besonderheiten des Traumagedächtnisses........................................ 17
2.4 Verhaltensweisen und kognitive Strategien, die eine PTBS
aufrechterhalten................................................................... 20
2.5 Kognitive Verarbeitung während des Traumas.................................. 23
2.6 Weitere Variablen, die die Entwicklung und Aufrechterhaltung
einer PTBS beeinflussen.................................................................... 23
2.7 Andere Störungsmodelle ................................................................... 24
3 Diagnostik und Indikation....................................................................... 27
3.1 Diagnostik der Symptomatik und Indikationshinweise...................... 27
3.2 Diagnostik der aufrechterhaltenden psychologischen Prozesse .... 29
4 Behandlung............................................................................................... 32
4.1 Allgemeine Aspekte der Behandlung................................................. 32
4.1.1 Ziele der Behandlung.......................................................................... 32
4.1.2 Planung der Behandlungssitzungen.................................................. 33
4.1.3 Therapeutische Beziehung und Setting............................................ 33
4.1.4 Effekte traumatischer Ereignisse aufTherapeutinnen.................... 34
4.1.5 Aufnahme der Sitzung und schriftliche Therapiematerialien........... 35
4.1.6 Generelles Therapiekonzept .............................................................. 35
4.2 Behandlungsrational und Erarbeitung eines individuellen
Störungsmodells................................................................................ 36
4.2.1 Beginn der Behandlung...................................................................... 36
4.2.2 Symptome normalisieren................................................................... 37
4.2.3 Experiment zur Gedankenunterdrückung ......................................... 38
4.2.4 Bedeutungen des Traumas und seiner Folgen .................................. 40
4.2.5 Das Leben zurückerobern bzw. neu aufbauen.................................... 40
4.2.6 Individuelles Störungsmodell ............................................................ 41
4.3 Übersicht über die weiteren Sitzungen.............................................. 43
4.4 Normalisieren, Informieren und Problemlosen.................................. 44
4.5 Reduktion des ungewollten
Wiedererlebens durch Aktualisierung
der Traumaerinnerungen.................................................................... 45
4.5.1 Übersicht............................................................................................. 45
4.5.2 Schritt 1: Zugriff auf Traumaerinnerungen und ihre bedrohlichen
Bedeutungen....................................................................... 46
4.5.3 Schritt 2: Informationen zur Korrektur der bedrohlichen
Bedeutungen entdecken...................................................... 50
4.5.4 Schritt 3: Aktualisierung der bedrohlichen Bedeutungen durch
emotionale Verknüpfung der neuen Sichtweise mit dem jeweiligen
Hotspot.............................................................................................. 51
4.5.5 Imaginationstechniken....................................................................... 54
4.6 Identifikation und Diskrimination von Auslösern des intrusiven
Wiedererlebens.................................................................................. 57
4.7 Besuch des Ortes, an dem das Trauma passierte.............................. 58
4.8 Kognitive Arbeit zu Bedeutungen des Traumas und seiner
Konsequenzen...................................................................... 59
4.8.1 Generelles Vorgehen .......................................................................... 59
4.8.2 Übergeneralisierung von Gefahr - Angst........................................... 61
4.8.3 Verantwortlichkeit und Verurteilung durch andere - Schuld- und
Schamgefühle...................................................................... 64
4.8.4 Übermäßige Beschäftigung mit Ungerechtigkeit - Ärger................... 69
4.8.5 Umstrukturieren von grundlegenden negativen Überzeugungen
über das Selbst und die Welt............................................................. 72
4.9 Modifikation aufrechterhaltender Verhaltensweisen und
kognitiver Strategien......................................................................... 73
4.10 Beenden derTherapie und Rückfallprophylaxe ................................ 74
4.11 Wirkungsweise der Therapiemethoden.............................................. 77
4.12 Effektivität und Prognose................................................................... 77
4.13 Varianten der Methoden..................................................................... 81
4.14 Probleme bei der Durchführung......................................................... 82
5 Fallbeispiel ............................................................................................... 84
6 Weiterführende Literatur........................................................................ 89
7 Literatur..................................................................................................... 90
8 Kompetenzziele und Lernkontrollfragen............................................ 99
9 Anhang ...................................................................................................... 101
Karten
Kurzanleitung für die Diagnostik und Exploration
Kernbotschaften für das individuelle Störungsmodell