Was bedeutet es, nachhaltig, oder besser: in einer nachhaltigen Welt zu leben? Beinhaltet dies auch eine Art „Klimawürde“, sprich das menschliche Recht, von der Klimakatastrophe nicht in Grundkonstituenten wie Gesundheit, Freiheit, Wohlergehen etc. beeinträchtigt zu werden? Speziell stellt sich diese Frage in Bezug auf jene Menschen, Gemeinschaften und Länder, die am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. Darüber hinaus impliziert dies aber auch, diese Auswirkungen nicht allein auf die menschliche Würde zu beziehen, sondern auch auf die aller übrigen Organismen und Lebensformen. Ja mehr noch: auf den Gesamtverbund der aktuell immer mehr außer Kontrolle geratenden Ökosysteme, was nur möglich ist, sofern die Interdependenz zwischen Menschen und ihren Umwelt in sämtlichen Erscheinungsweisen ernstgenommen wird. Die Ausgabe Climate Dignity, die in Kooperation mit der Sektion für Internationale Kulturangelegenheiten des österreichischen Außenministeriums entsteht und begleitend zu deren Jahresprojekt 2024 erscheint, widmet sich Fragestellungen wie den folgenden: Wie sehen zukunftsfähige Lebensmodelle aus, die den Menschen ein würdevolles Leben bei gleichzeitiger Achtung der Würde der Natur ermöglichen? Welche Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen sind gegenwärtig am dringlichsten, und wie können künstlerische Konzepte zur effektiven Umsetzung dieser Maßnahmen beitragen? Wie können künstlerische Ansätze den Schutz von Biodiversität und anderen „planetaren Grenzen“ unterstützen? Welche Rolle kommt digitalen Technologien, vor allem Künstlicher Intelligenz, bei der Umsetzung von „klimawürdigen“ Lebensmodellen zu? Und schließlich: Wie kann es gelingen, auf Basis eines dauerhaften Gleichgewichts zwischen Menschheit und Umwelt ein neues Zeitalter umfassender Regeneration einzuläuten? All dem geht die Dezember-Ausgabe 2024 in Essays, Gesprächen und Einzel-Features nach.
Netzteil
Manuelle und numerische Muster
Zur Praxis der Künstlerin Olena Newkryta
Ada Karlbauer
Afrikanisches Weltraumprogramm
Die Ars Electronica präsentierte Projekte, die im Rahmen der Initiative S+T+ARTS4AFRICA entstanden sind, sowie weitere kontinentbezogene Arbeiten
Christian Höller
Much too much
Die Filme von Friederike Pezold aka pezoldo richten sich gegen Masse, Geschwindigkeit, Lärm und den Trash der Bilder auf den Schirmen – vom konventionellen Fernsehen zur „overdosis of digital shit pictures“
Christa Benzer
Die Trümmer unserer Gegenwart
Über Christian von Borries’ KI-Film Do You Want to See Part Two? A Behavioral Homogenization
Sabine Weier
„Smarter Urbanismus“ und „grüne Transformation“
Maßnahmen zur Sicherung kolonial-kapitalistischer Klasseninteressen
Magdalena Taube und Krystian Woznicki
Climate Dignity
Wege aus dem Misanthropozän
Gudrun Ratzinger
Kunst als Seismografie prekärer Präsenzen
Shaken Grounds
Um die Welt zu retten, müssen wir mit ihr brechen
Kunst und Experiment auf einem mehr-als-menschlichen Planeten
Bronislaw Szerszynski
Wer besitzt das Wetter?
Anca Benera und Arnold Estefán
Floral Whispers – eine Ermittlung von drei Kunstdetektiv*innen
Pavel Braila
Notizen mitten aus einem Feld …
… am letzten Tag im Oktober, in apokalyptischen Zeiten, von denen lernend, die das Ende ihrer Welt bereits überlebt haben, und von anderen Arten, in dem Bestreben, unter Verzicht auf jede Art von grünem Kolonialismus mit der Natur zu leben
Contours of the Coming World
Eine grafische Arbeit von Oliver Ressler; Zeichnungen von Claudia Schioppa
Oliver Ressler
IMAGINE...
Christoph Thun-Hohenstein
Fabric of the Everyday
Ein Projekt über Karten, Räume, Orte und Urbanität
Sabine Bitter/Helmut Weber und Huda Lutfi
Wert aus Katastrophen saugen
Über Hindernisse auf dem Weg zur Weltveränderung
Isabelle Fremaux/Jay Jordan (Laboratory of Insurrectionary Imagination)
Everyday Fairy Tale
Ernst Logar/Kinga Kielczynska
Interbeing
Kay Walkowiak
Artscribe
Sandra Mujinga – Time as a Shield
Oliver Hardt
Tomáš Rafa – Over the Rainbow
Daniel Grún
Josef Dabernig – Lacrimosa
Jen Kratochvil
The 15th Gwangju Biennale – PANSORI, A Soundscape of the 21st Century
Teresa Retzer
Komm sing mit! Vom Erheben der Stimme
Nina Prader
Key Operators. Weben und Coding als Mittel feministischer Geschichtsschreibung
Christian Egger
Aber hier leben? Nein danke. Surrealismus + Antifaschismus
Michael Hauffen
curated by 2024 – Untold Narratives
Tristan Bera
Avant-Garde and Liberation. Zeitgenössische Kunst und dekoloniale Moderne
Devika Singh
Flickering, Lingering, Exiting
Ada Karlbauer
Lektüre
Hari Kunzru:
Blue Ruin
Roman. Aus dem Englischen von Nicolai von Schweder-Schreiner
Martin Conrads
Claire Bishop:
Disordered Attention. How We Look at Art and Performance Today
Patricia Grzonka
Gabrielle de la Puente/Zarina Muhammad (aka The White Pube):
Poor Artists
Kathrin Heinrich
Madeleine Riffaud/Jean-David Morvan/Dominique Bertail UND Hannah Brinkmann:
Madeleine, die Widerständige UND Zeit heilt keine Wunden. Das Leben des Ernst Grube
Bd. 1, Aus dem Französischen von Annika Wisniewski Bd. 2, Aus dem Französischen von Marcel Le Comte
Martin Reiterer