Cover von Das Wesen des tragischen Charakters wird in neuem Tab geöffnet

Das Wesen des tragischen Charakters

psychoanalytische Betrachtungen zu Narzissmus und Masochismus
Verfasser*in: Suche nach Verfasser*in Wurmser, Léon
Verfasser*innenangabe: Léon Wurmser ; mit einem Vorwort und herausgegeben von Beate Steiner
Jahr: 2025
Verlag: Gießen, Psychosozial-Verlag
Mediengruppe: Buch
verfügbar

Exemplare

AktionZweigstelleStandorteStatusFristVorbestellungen
Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: PI.HPP Wurm / College 3f - Psychologie / Regal 336 Status: Verfügbar Frist: Vorbestellungen: 0

Inhalt

Mit dem Begriff des tragischen Charakters beschreibt Léon Wurmser, wie Menschen infolge existenzieller Traumatisierungen ihr Erleben und Denken absolut setzen, um die eigene Verletzlichkeit zu verbergen. Anhand detaillierter Fallbeispiele aus seiner psychoanalytischen Praxis beschreibt er die konflikthaften Verstrickungen, die das Leben und die Beziehungen der Betroffenen beherrschen, und die Herausforderungen, die sich daraus für die psychotherapeutische Behandlung ergeben.
 
Wurmser vertritt in seinen Analysen konsequent den psychoanalytischen Grundsatz von der umfassenden Bedeutung der Konflikte in unser aller Leben, in Gesellschaft und Kultur. Dies bedeutet für ihn jedoch nicht, dass alle Konflikte und Verstrickungen des tragischen Menschen prinzipiell unlösbar sind: Traumata sind zwar unauslöschlich, nicht aber notwendigerweise die traumatischen Folgeprozesse.
 
INHALT
 
Vorwort 11
Teil I »Das Auge ist’s, was die Taten verwandelt.
Das neugeborene Auge verwandelt die alte Tat« –
Psychoanalytische Beobachtungen von Narzissmus
und Masochismus bei schweren Beziehungstraumata 12
Teil II: Allgemeinere Betrachtungen:
Das Verstehen der Seele in der tragischen Weltsicht 16
Teil I »Das Auge ist’s, was die Taten verwandelt.
Das neugeborene Auge verwandelt die alte Tat«
Psychoanalytische Beobachtungen von Narzissmus
und Masochismus bei schweren Beziehungstraumata
1 Einführung 25
Tragischer Charakter
und die verheerende Macht der Absolutheit
1.1 Ein bestimmter Charaktertyp 25
1.2 Pathologische Eifersucht, Ungerechtigkeitsgefühl
und »klaffender Mangel« 27
1.3 Eifersucht und das Problem des ausschließlichen
Besitzens des Anderen 34
1.4 Der innere Konflikt in der Liebe 37
1.5 Selbstbehauptung und Aggression 39
1.6 Die Konflikte im Über-Ich 39
1.7 Die unheilbare Wunde 40
1.8 Die »Wunde« als Repräsentation des Traumas 44
1.9 Narzissmus, Masochismus und das Tragische 46
1.10 Warum spricht uns das Tragische in der Kunst so an? 48
1.11 Das Antitragische 49
1.12 Zusammenfassung 50
2 Triumph durch Niederlage 51
Der Zwang zu enttäuschen
und die Verleugnung der Zeit
2.1 Theoretischer Hintergrund 51
2.2 »Das ginge, aber das geht nicht« 53
2.3 Zur Gegenübertragung 59
2.4 Vampir-Fantasie: »Ich will dein Blut saugen« 60
2.5 »Doublebind-Mitteilungen«
und widersprüchliche Identifizierungen 64
2.6 »Doublebind«- und Loyalitätskonflikte
als Teil der Familiendynamik 72
2.7 Der gefährliche Stier 76
2.8 Zur Frage des Neides
und der verdrängten Sexualfantasien 78
2.9 »Hilf mir, aber hilf mir nicht!« 83
2.10 Allmacht der Verantwortlichkeit und die tragische Schuld 86
2.11 Beziehungstrauma und die Doppeldeutigkeit
der Übertragung 89
2.12 Zuspitzung und Reflektieren über die Gegenübertragung 92
2.13 Peripetie 95
2.14 Der Zwang, zu spät zu sein:
Zur Pathologie des Zeiterlebens 98
2.15 Eine allgemeinere Reflektion:
Zeitstillstand und Abbrechen der Zeit 100
2.16 Ihr Lebensthema: Urteilen statt Verstehen 104
2.17 Die Macht der Negativität 109
2.18 Die Sexualisierung des Traumas 114
2.19 Einige abschließende technische Erwägungen 117
3 »Gib dein Herz dir selbst zurück« 121
Ressentiment und Verzeihung
3.1 Das böse Auge und das leuchtende Antlitz 121
3.2 Verdrängter Neid und Ahndung durch das Über-Ich 124
3.3 Der penetrierende Blick 126
3.4 Das Auge des Schmerzes,
das Beziehung und Identität bestätigt 129
3.5 »[D]es Ich’s Widerspruch und Wirrsal« 132
3.6 »Sag, es tut dir leid« – Zur Dynamik der Versöhnlichkeit 176
3.7 »Ich sehe mich in deinen Augen« 178
4 Das Aufheben der Grenzen 181
Zum Konzept der Charakterperversion
4.1 Theoretische und technische Fragestellungen 181
4.2 Die klinische Problemstellung:
Ichspaltung und zerbrochene Wirklichkeit 182
4.3 Doppelte Wirklichkeit durch Verleugnung 184
4.4 Die durch Lügen geschaffene doppelte Wirklichkeit 186
4.5 Doppelte Wirklichkeit und Doppelleben 190
4.6 Verleugnung der Grenzen 193
4.7 Verleugnung und Charakterperversion 194
4.8 Die Merkmale der Charakterperversion 201
4.9 »Ein bedeutendes Stück fehlt« – Technische Probleme
bei einem besonders schwierigen Fall 203
5 Agieren und Gegenagieren 265
Über-Ich-Probleme
in der Behandlung des tragischen Charakters
5.1 Getrenntheit und Verbundenheit – Dialektik und Dialog 265
5.2 Das Problem der sadomasochistischen Übertragung 270
5.3 Verrat als masochistische Provokation 320
5.4 Zwei Systeme der Selbstwertregulation 325
5.5 Das gefühllose Monster und das verpackte Gegenüber 327
5.6 Das Suchen nach magischer Verwandlung
in der Übertragung 336
5.7 Blutritual und magische Verwandlung –
Doppeltes Selbst und das Schneideritual
als magische Brücke 360
5.8 Das Heilende im Erkennen und im Erkanntwerden 371
5.9 Musik als Schutz gegen traumatogene Affekte 385
5.10 Der Fluch der Vollkommenheitsfantasie
und die Angst vor Grenzen 387
Teil II Allgemeinere Betrachtungen
Das Verstehen der Seele in der tragischen Weltsicht
Prolog zu Teil II 391
Das Tragische als Wertverabsolutierung
und Verleugnung in der Kultur
6 Rückblick eines Psychoanalytikers
auf Wesen und Struktur der Seele
in der westlichen Geistesgeschichte 395
6.1 Konflikt als fundierendes Konzept
des psychoanalytischen Seelenverständnisses 395
6.2 Komplementarität und Dialektik 401
6.3 Der innere Richter 402
6.4 »Der äußerste Konflikt« in Platons Bild der Seele
und Aristoteles’ Begriff der Entelechie 405
6.5 Das Wesen des Tragischen 407
7 Mythos, Mystik und Midrasch 413
7.1 Das mythische Denken 413
7.2 Die Welt des Midrasch 414
7.3 Was ist Mystik? 418
7.4 Mystik und Psychoanalyse 421
7.5 Ein dialektisches Verständnis der Mystik 424
7.6 Gedanken eines Psychoanalytikers
zur jüdischen Mystik 429
7.7 Vertiefte psychoanalytische Erwägungen
zur Mystik im Allgemeinen 458
8 Die Vernunft der Unvernunft 469
Betrachtungen eines Psychoanalytikers
zu Don Quijote
8.1 Ein Buch verhüllter Rebellion 470
8.2 Wahrheit, Trug und Wahn 472
8.3 Trauma und der Zwang, es zu wiederholen 474
8.4 Juden und Conversos 479
8.5 Der dreifache Kampf gegen Machtmissbrauch 483
8.6 Idealisierung der Keuschheit
und Sexualabwehr ad absurdum geführt 486
8.7 »Wer dich sehr liebt, macht dich weinen
[Ése te quiere bien, que te hace llorar]« 489
8.8 »Ich weiß, wer ich bin [Yo sé quién soy]« 491
8.9 Doppelte Identität, zerbrochene Wirklichkeit 493
8.10 Scham, Ehre und Grandiosität 497
8.11 Visio mystica 501
8.12 Schlussgedanken – Die tragische im Konflikt
mit der komischen Dimension 505
9 »Die Liebe ist höher als das Sein,
die Liebe ist die Krone des Seins« 509
Die tragische Doppelheit des Menschen
bei Dostojewski
9.1 Psychologische Erwägungen 509
9.2 »Kristallpalast« und »das lebendige Leben« –
Betrachtungen zu den Aufzeichnungen
aus dem Untergrund und dem Spieler 510
9.3 Die Zwanghaftigkeit und der Kampf Raskolnikows
gegen die Scham 541
9.4 Psychologische Bemerkungen zu den Dämonen 548
9.5 Betrachtungen zum Leben Dostojewskis 578
9.6 Das Wesensbild 593
9.7 Eine übergreifende Antithese 594
9.8 Der Idiot (1956) 595
9.9 Der Jüngling – Die Spaltung der Identität 611
9.10 Die Brüder Karamasow – Das Ungerechtigkeitsgefühl
und das große Verzeihen 629
10 Psychoanalytische Betrachtungen
zum 11. September, Terrorismus
und genozidalen Vorurteil 669
Ihre Wurzeln und Folgen
10.1 Was ist Terrorismus? 671
10.2 Wie verstehen wir die Auswirkungen des Terrors
auf seine Opfer und wie behandeln wir diese? 672
10.3 Was sind die Ziele des Terrors
und die Motivationen von Terroristen? 675
10.4 Was ist die Scham- und Schulddynamik
und worin besteht die Rolle des Über-Ichs
im Terrorismus? 680
10.5 Was wissen wir über den kulturellen Hintergrund? 687
10.6 Was trägt die Philosophie zu den Reflexionen
über den 11. September bei? 696
10.7 Psychoanalytische Schlussfolgerungen 701
Literatur 707

Details

Verfasser*in: Suche nach Verfasser*in Wurmser, Léon
Verfasser*innenangabe: Léon Wurmser ; mit einem Vorwort und herausgegeben von Beate Steiner
Jahr: 2025
Verlag: Gießen, Psychosozial-Verlag
opens in new tab
Systematik: Suche nach dieser Systematik PI.HPP
Suche nach diesem Interessenskreis
ISBN: 978-3-8379-3424-3
2. ISBN: 3-8379-3424-1
Beschreibung: Originalausgabe, 719 Seiten
Schlagwörter: Masochismus, Narzissmus, Psychoanalyse, Tragische Person, Narzisstische Persönlichkeitsstörung, Psychisches Trauma, Psychoanalytische Therapie, Psychische Traumatisierung, Psychotrauma
Beteiligte Personen: Suche nach dieser Beteiligten Person Steiner, Beate
Sprache: Deutsch
Fußnote: Enthält Literaturverzeichnis auf Seite 707-719
Mediengruppe: Buch