(I-26/02-C3) (GM ZWs / PL)
Erfahren Sie, wie Bindung der Schlüssel zu einer toleranteren Gesellschaft sein kann. In Schutzfaktor Bindung beleuchtet der Psychologe Claus Koch die zentrale Rolle einer sicheren emotionalen Basis – für die psychische Entwicklung von Kindern ebenso wie für eine tolerante, demokratische Gesellschaft. Bindung ist für ihn weit mehr als Nähe: Sie wirkt wie ein inneres Sicherheitsnetz, das Vertrauen, Selbstwert und Resilienz aufbaut. Anhand anschaulicher Beispiele zeigt er, wie feinfühlige Zuwendung, verlässliche Beziehungen und Zuhören bereits in der frühen Kindheit das „innere Haus“ eines Menschen entstehen lassen. Dieses Fundament schützt nicht nur in persönlichen Krisen, sondern auch vor ideologischer Verführung. Erstmals wird aus bindungstheoretischer Perspektive erklärt, wie mangelnde Sicherheit in der Kindheit das „bedrohliche Draußen“ erzeugen kann – Nährboden für Fremdenfeindlichkeit, Verschwörungstheorien und Extremismus. Koch verbindet psychologische Einsichten mit konkreten Vorschlägen, wie Eltern, Pädagoginnen und die Gesellschaft Bindung stärken können – für Kinder, die innerlich gefestigt sind und weltoffen ins Leben gehen.
Die Verbindung zwischen Bindungsgeschichte und politischem Extremismus ist neu und bietet wertvolle Einsichten. Konkrete Ansätze und Vorschläge, wie Erziehung zu Weltoffenheit gelingt. Zum ersten Mal wird aus bindungstheoretischer Perspektive beleuchtet, wie das »bedrohliche Draußen« im Kindesalter entsteht und als Nährboden für Fremdenfeindlichkeit, Verschwörungstheorien und rechtsextreme Propaganda dient. Claus Koch geht der wichtigen Frage nach, warum bestimmte Menschen aufgrund ihrer Bindungsgeschichte besonders anfällig für rechtspopulistische und demokratiefeindliche Ideologien sind. Damit schließt dieses Buch eine entscheidende Lücke in der politischen Analyse, die bisher vor allem äußere gesellschaftliche Umstände in den Fokus nahm. Claus Koch zeigt, wie individuelle Bindungserfahrungen das politische Denken beeinflussen. Gleichzeitig bietet er konkrete Ansätze, wie eine bindungsfreundliche Erziehung und Umgebung als Schutzfaktoren wirken können. Erfahren Sie, wie Bindung der Schlüssel zu einer toleranteren, weltoffenen Gesellschaft sein kann.
»Gerade heute in einer Zeit, in der wieder über die Bedeutung bindungsorientierte Erziehung diskutiert wird, ist dieses Buch nicht nur eine Wohltat, sondern auch ein dringend notwendiger Appell an uns alle. Claus Koch zeigt eindrücklich, wie Erziehung unsere Gesellschaft beeinflusst und warum Bindung der Schlüssel für eine tolerante Gesellschaft ist. Eine dringende Empfehlung für interessierte Eltern, aber auch Fachkräfte in der Elternberatung, in Kitas und Schulen.«
Susanne Mierau, Diplom-Pädagogin und Bestseller-Autorin
Inhalt
Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
1 Die Entstehung des »bedrohlichen Draußen« beim Kind . 17
1 Die sichere Bindung: Eine Welt, die mir guttut . . . . . . . . . . . . . . 18
2 Existenzielle Bedürfnisse und unsichere Bindung . . . . . . . . . . 20
3 Verloren gehen: Das bindungslose Kind . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
4 Ungebunden allein: Die Welt wird zum unberechenbaren
Ort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
5 Bindungslosigkeit als politische Waffe: Erziehung im
Nationalsozialismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
6 Gewalttätige und mitleidslose Väter: Wie aus Opfern
Täter werden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
7 Unterordnung und Gehorsam: Vom Fortdauern
bindungsfeindlicher Erziehung nach 1945 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
8 Auf Augenhöhe oder von »oben«? Erziehung heute . . . . . . . . 44
9 Der Feind im Kinderzimmer: Das herabgewürdigte Kind . . . 55
10 Die Unfähigkeit, Freiheit zu ertragen: Die Folgen
autoritärer Erziehung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
11 Einsamkeit: Beziehungslos allein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
12 Das bedrohliche Draußen als Phantasma . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
2 Das große Versprechen: Endlich Sicherheit und
Anerkennung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
1 Den Feind sichtbar machen: Wie ein Phantasma zu
Wirklichkeit wird . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
2 Die Migration als »Mutter aller Probleme«:
Die Dämonisierung des »Fremden« und das Schüren
von Ausländerhass . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71
3 Angsträume . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
4 Das gesäuberte Draußen: Remigration . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75
5 Reinheitsfantasien: Kampf der »links-grün versifften«
Republik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
6 Das unsichtbare Böse: Verschwörungstheorien und
Antisemitismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
7 »Genderwahn« und »Wokeness«: Bedeutungsverlust des
Mannes, Bedrohung der traditionellen Familie und
Zerfall der Gesellschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
8 Vaterland, Volksgemeinschaft, Heimat: Sehnsucht nach
Sicherheit, Schutz und Bindung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84
3 Die Brücke zur Weltoffenheit: Bindung als Schutzwall
gegen Fremdenhass, Antisemitismus, Verschwörungstheorien und autoritären Nationalismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89
1 Brückenbau: Die ersten drei Jahre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90
2 Befestigungsarbeiten und weitere Ausflüge: 3–6 Jahre . . . . . . 97
3 Halt geben und begehbar bleiben: 6–12 Jahre . . . . . . . . . . . . . . . 100
4 Restaurationsarbeiten: 12–18 Jahre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105
5 Tragfähigkeit: Weltoffenheit und Erwachsenwerden: 18+ . . . 108
4 Begleitschutz: Bindungsfreundliche Angebote,
Empathie und eine offene Gesellschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117
1 Kitas und Schulen zu bindungssicheren Orten machen . . . . . 118
2 Freiheit und Selbstwirksamkeit: Lebendige Demokratie . . . . 124
3 Empathie, die keine Grenzen kennt: Die Würde des
Menschen ist unteilbar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128
Nachwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133
Dank . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135
Anmerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 148