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Geschichte

Kurze Geschichte des Wiener öffentlichen Bibliothekswesens


Die Industrialisierung und der Aufstieg des liberalen Bürgertums führten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem Bedeutungsanstieg von Wissen und Bildung. Die gleichzeitig sich verschärfenden sozialen Gegensätze stellten die Frage der Demokratisierung des Zugangs zu den Wissensgütern auf die politische Tagesordnung. Dem Kampf gegen die Illiterarität kam dabei zentrale Bedeutung zu. Nicht nur der Ausweg aus der politischen Unmündigkeit und das Erkennen der eigenen Lage in der Gesellschaft sollte das Bewusstsein schärfen; die Verbesserung des Bildungsniveaus förderte auch die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Auf dem Gebiet der Volksbildung trafen sich daher die Interessen von junger Arbeiterbewegung und liberalem Bürgertum.

Inhalt:

Volksbildungsvereine als erste Bibliotheksträger

Bibliotheksarbeit in kommunaler Trägerschaft kann in Österreich auf keine lange Tradition zurückblicken. In angelsächsischen und skandinavischen Ländern, aber auch in einzelnen deutschen Großstädten bestimmten bereits an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert Public Libraries und Lesehallen das Bild der Literaturversorgung der breiten Massen der Bevölkerung. Hierzulande liegen die Wurzeln der öffentlichen Büchereien in der Volksbildungsbewegung, die in Vereinen organisiert war.

 Wiener Volksbildungsverein (1912)
Lesehalle des Wiener
Volksbildungsvereins (1912)
Volksheim Ottakring

Der 1887 gegründete Wiener Volksbildungsverein schuf bis 1914 ein Büchereisystem mit 27 Zweigstellen, die jährlich zwei Millionen Entlehnungen erzielten. Der Verein betrieb auch Garnisonsbibliotheken, Gefangenenhausbibliotheken, Krankenhausbüchereien, Lehrlingsbüchereien und eine Lesehalle im berühmten Volksheim Ottakring. 1897 gründete Eduard Reyer mit dem Verein Zentralbibliothek den Träger eines bedeutenden und richtungsweisenden Büchereisystems. Neben der Zentrale unterhielt der Verein 1911 bereits 24 Filialbibliotheken und erreichte eine Entlehnung von 3,5 Millionen Büchern. Die Einhebung von Gebühren ermöglichte die Beschäftigung angestellter BibliothekarInnen und brachte erste Ansätze einer Professionalisierung von Büchereiarbeit. Der Verein Zentralbibliothek wurde wegen seines wissenschaftlichen Buchbestandes geschätzt und führte ein Ringleihsystem ein, das im Verbund mit den Bibliotheken der Wiener Handels- und Gewerbekammer und des Juridisch-Politischen Lesevereins auch deren Bestände den BenützerInnen der Zentralbibliothek zur Verfügung stellte. Der Wiener Volksbildungsverein und der Verein Zentralbibliothek waren Vertreter der "neutralen" Volksbildung, nach deren Auffassung Wissenschaft und Bildung als neutrale Werte fungierten, die der Gesellschaftsentwicklung zugute kommen würden.

Als Reaktion auf die aufklärerischen Volksbildungsbestrebungen wurden von christlich-sozialer und konfessioneller Seite 1899 die Volkslesehalle und 1909 der Katholische Bibliotheks- und Leseverein gegründet. Deren Bestrebungen galten vor allem der Verbreitung volkstümlicher Literatur und der Stärkung katholischer Glaubens- und Sittenlehre. In Frontstellung gegen die "neutrale" Volksbildung wurde in einem Büchereileiterkurs die Ansicht propagiert, dass gute Volksbildungsarbeit nur auf den Grundlagen der Weltanschauung geleistet werden könne.

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Sozialdemokratisches Arbeiterbüchereiwesen

Arbeiterbücherei Sandleiten

Arbeiterbücherei Sandleiten
(ab 1926)
Rosa Luxemburg-Gasse

Bildung nahm von Beginn an einen wichtigen Stellenwert in der Arbeiterbewegung ein und die ersten Arbeiterorganisationen organisierten sich in Form von Bildungsvereinen. Das ging mit einer hohen Wertschätzung des Buches einher und vielerorts wurden von Partei- und Gewerkschaftsorganisationen Bibliotheken ins Leben gerufen. Das Anwachsen der Sozialdemokratie zu einer Massenbewegung und der große Wahlerfolg nach der Einführung des allgemeinen und gleichen Männerwahlrechtes erforderten eine Intensivierung der Bildungsarbeit. Dazu wurde 1908 die Zentralstelle für das Bildungswesen mit Robert Danneberg als Sekretär geschaffen. Besonderes Augenmerk wurde auf die Vielzahl der Partei- und Gewerkschaftsbibliotheken gelegt, die reorganisiert und für deren Arbeit qualitative Standards und einheitliche Richtlinien durchgesetzt wurden. Es wurde eine eigene Bibliothekskommission eingerichtet: Leiter war Josef Luitpold Stern, der ein Handbuch für Arbeiterbibliothekare verfasste.

Josef Luitpold Stern

Josef Luitpold Stern (1886-1966) Organisator des sozialdemokratischen Arbeiterbüchereiwesens

Dadurch wurde eine Aufwärtsentwicklung der Arbeiterbüchereien eingeleitet, die während der Ersten Republik ihren Höhepunkt erreichen sollte. Vor allem in den neu errichteten Gemeindebauten entstanden in architektonisch ansprechenden Lokalen attraktive Arbeiterbüchereien, die sich großen Zuspruches erfreuten. Daneben existierten auch Arbeiterkinderbüchereien.

In den in der Arbeiterbildungskonferenz 1928 beschlossenen Richtlinien proletarischer Büchereipolitik wurde das Buch als wesentliches Mittel der Arbeiterbildung anerkannt. Etwas mehr als tausend BibliothekarInnen arbeiteten unentgeltlich und betrachteten ihre Tätigkeit als Teil des politischen Engagements. 1932 wurden in über 60 Arbeiterbüchereien 2,36 Millionen Entlehnungen gezählt. Die Arbeiterkulturbewegung konnte so durch Unterstützung der Kommunalpolitik des "Roten Wien" ein Bibliothekswesen aufbauen, das auch international Beachtung fand. Die gewaltsame Unterdrückung der Arbeiterbewegung nach dem Februar 1934 setzte diesen Bestrebungen und damit auch dem Arbeiterbüchereiwesen ein jähes Ende.

Arbeiter-Zeitung (1933)

Aufruf in der
Arbeiter-Zeitung (1933)

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Autoritärer Ständestaat

1934 übernahm der Verein Arbeiterbüchereien die Trägerschaft der beschlagnahmten Einrichtung. Neben den sozialdemokratischen BibliothekarInnen blieb auch die Mehrheit der LeserInnen dem Betrieb fern. Obmann des Trägervereines war der Wiener Volksbildungsreferent Karl Lugmayer, der mit den Worten vom "Standrecht der Bücherauswahl" einer literarischen Säuberungspolitik den Weg wies. Auf dem Gebiet der Volksbildung gab es aber während des autoritären Ständestaates auch der Diktatur distanziert gegenüberstehende Personen, die versuchten, Einfluss zu gewinnen und mit legaler Kulturarbeit Widerstand zu leisten. Der bekannteste Vertreter dieses Konzeptes war der Bildungsreferent der Arbeiterkammer Viktor Matejka, der immer wieder versuchte, literarische Zensurmaßnahmen zu verhindern. Auch im Verein Arbeiterbüchereien wurde von der Leitung eine ähnliche Linie verfolgt. Diese Bemühungen waren den bestimmenden Kräften des Regimes ein Dorn im Auge und so wurde 1936 diesen Bestrebungen ein Ende gesetzt. Der Wiener Bürgermeister Richard Schmitz griff durch, und im Juli 1936 wurde ein neues Wiener Volksbildungsgesetz beschlossen.

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Kommunalisierung der Büchereien

Der Verein Arbeiterbüchereien wurde von der Stadt Wien übernommen und als kommunale Dienststelle der Städtischen Sammlungen unter eine neue Leitung gestellt. Eine der ersten Maßnahmen war die Erstellung von Sperrlisten, die alle bisherigen Zensurmaßnahmen in den Schatten stellten. Insgesamt wurden 1500 Titel auf den Index gesetzt. Neben den Restbeständen an sozialistischer Literatur wurden die psychoanalytischen Schriften entfernt und ebenso wissenschaftliche Werke von Kant, Rousseau, Herder, Sombart und Keynes, um nur eine kleine Auswahl anzuführen. Autoren der Weltliteratur wie Boccaccio, Balzac, Dostojewskij, Hauptmann, D.H. Lawrence und Döblin landeten ebenso auf den Sperrlisten wie Karl Kraus oder Kurt Tucholsky.

So ergibt sich für Wien die historische Besonderheit, dass die Kommunalisierung des öffentlichen Büchereiwesens unter einem autoritären politischen System vollzogen wurde, das auf die Strukturen der sozialdemokratischen Arbeiterbüchereien aufbauen konnte. Das blieb nicht ohne Konsequenzen für die spätere Entwicklung.

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Nationalsozialistische Diktatur

Die Ostmark-Bücherei (Zeitschrift 1939)

Zeitschrift der staatlichen Volksbüchereistellen (1939)

Erinnerte bis 1938 noch der offizielle Titel Arbeiterbüchereien der Stadt Wien an die Vergangenheit, so wurde unter nationalsozialistischer Herrschaft die Bezeichnung Städtische Büchereien eingeführt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde die literarische Säuberungspolitik intensiviert; ihr fielen die Bücher der noch im Bestand gebliebenen jüdischen AutorInnen zum Opfer. Nach dem Novemberpogrom 1938 wurden alle jüdischen LeserInnen von der Benutzung der Büchereien endgültig ausgeschlossen. Die BibliothekarInnen waren zum allergrößten Teil dieselben geblieben - ein Indiz dafür, wie groß der Bruch bereits 1934 gewesen war: BibliothekarInnen linker Gesinnung oder jüdischer Herkunft zählten bereits vor 1938 zu den großen Ausnahmen. Als Leiter der Städtischen Büchereien wurde Hans Ruppe bestellt. Der Österreicher Ruppe war als überzeugter Nationalsozialist bereits mehrere Jahre im Bibliothekswesen des Dritten Reiches tätig gewesen und trat mit einem entsprechenden ideologischen Konzept das Amt an. Als Schüler des deutschen Bibliothekstheoretikers Walter Hofmann implantierte er dessen System der Steuerung und Reglementierung des Leseverhaltens in Wien. Ruppes Ehrgeiz war es, den belletristischen Buchbestand zu reduzieren und das Sachbuch, nicht zuletzt im Dienst der NS-Weltanschauung, zu fördern. Ab Dezember 1941 durfte pro Büchereibesuch nur mehr ein Roman entlehnt werden. War bereits während des Ständestaates die Benutzung der Büchereien zurückgegangen, so sank durch solche Maßnahmen die Zahl der LeserInnen und Entlehnungen weiterhin dramatisch.

Die Kommunalisierung wurde in der NS-Zeit vorangetrieben und für die bis dahin unter Spesenersatz tätigen MitarbeiterInnen sukzessive fest besoldete Dienstposten geschaffen. Die BibliothekarInnen hatten eine Ausbildung an einer der deutschen Volksbüchereischulen zu absolvieren. So vollzogen sich die Kommunalisierung und ein gewisser Ansatz zur Professionalisierung parallel zur Zerstörung der demokratisch orientierten Volksbildung während des Austrofaschismus und der Zeit der NS-Diktatur. Eine Folge davon war, dass auch später technisch-organisatorische Konzepte stets vor einer inhaltlichen Zielbestimmung bibliothekarischer Arbeit rangierten.

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Zweite Republik

Karl Bruckner Lesung

Kinder bei einer Lesung
des Jugendbuchautors Karl Bruckner (1906-1982)

1945 boten die Städtischen Büchereien ein desolates Bild. Vom dichten Netz der Arbeiterbüchereien war nur ein Drittel übriggeblieben: Zum Zeitpunkt der Befreiung waren 23 Zweigstellen in Betrieb. Nun waren die Städtischen Büchereien erstmals Teil einer demokratischen Stadtverwaltung geworden. Durch den Verzicht der Sozialdemokratie auf Rückgabe der Arbeiterbüchereien konnte die Kommunalisierung beibehalten werden, die Büchereien wurden vom Kulturamt verwaltet. Auf den Buchbestand hatten die Säuberungsaktionen zweier Diktaturen verheerende Auswirkungen gehabt, ein Teil des Buchbestandes war unbrauchbar geworden. Buchbeschaffung und Instandsetzung von Zweigstellen zählten damit zu den vordringlichsten Aufgaben der unmittelbaren Nachkriegsjahre.

Städtische Bücherei Bernoullistraße

Städtische Bücherei Bernoullistraße (ab 1973) Haus der Begegnung Donaustadt

Seit den 50er Jahren wurden in neu errichteten Gemeindebauten auch Büchereien eingeplant. Später entstanden in Volksheimen und Häusern der Begegnung weitere Zweigstellen. Die Dichte des Netzes führte zu einem hohen Maß an Nahversorgung und konnte mit der Zahl der Zweigstellen wieder an das Arbeiterbüchereiwesen anknüpfen. Dagegen war es erst spät (1970) zur Errichtung der Hauptbücherei mit einer angeschlossenen Musikbücherei gekommen. In der Zweiten Republik wurde auch auf einen gleichmäßigen Ausbau der Kinder- und Jugendbibliotheken geachtet, sodass seit den 50er Jahren alle Zweigstellen mit einer eigenen Abteilung für Kinder und Jugendliche ausgestattet waren.2015 wurde dieses Angebot durch die Einrichtung einer Kinderbücherei der Weltsprachen mit einem fremdsprachigen Medienbestand in über 40 Sprachen erweitert.

Thekenausleihe

Thekenausleihe in einer
Städtischen Bücherei

Ein besonderes Spezifikum der Leitungsperiode von Rudolf Müller (1950-1970) war die als praktische Literaturförderung gedachte Beschäftigung von AutorInnen als BibliothekarInnen. Unter den schreibenden MitarbeiterInnen waren neben anderen Christine Busta, Rudolf Felmayer, Gerhard Fritsch, Karl Anton Maly, Walter Buchebner, Franz Hiesel, Wilhelm Meissel, Eva Loewenthal, Herbert Wadsack, Margret Neuhauser-Körber, Paula Weinhengst, Richard Kovacevic tätig, die auf diese Weise ihr literarisches Schaffen mit einem Brotberuf absichern konnten.

Ein weiteres Charakteristikum des Wiener Büchereisystems war das lange Festhalten am sogenannten Theken-Ausleihsystem, in dem die LeserInnen keine selbständige Buchauswahl am Regal treffen konnten. Diese Form entsprach Vorstellungen einer Lesepädagogik, die in der praktischen Handhabung für die BenutzerInnen nicht nur unattraktiv war, sondern auch als bevormundend empfunden wurde. Mit der Durchsetzung der Freihandausleihe verschwand der Charakter einer Erziehungseinrichtung - heute ist der Status der Büchereien als Servicestelle, in der die Bedürfnisse der LeserInnen im Vordergrund stehen, unbestritten.

Bücherbus

Bücherbus der Gemeinde Wien (ab 1958)

Auf einigen Gebieten betraten die Städtischen Büchereien Neuland. So wurden seit Ende der 50er Jahre Stadtrandgebiete und Siedlungsgebiete ohne Zweigstellen durch Bücherbusse versorgt. 2009 wurde der Bücherbus-Betrieb eingestellt.
Mit der Übernahme von Lehrlingsbüchereien in Berufsschulen wurde eine Sonderform der Büchereiarbeit etabliert und die Einrichtung von Spitalsbüchereien erschloss ein weiteres Feld von Bibliotheksarbeit im sozialen Bereich. Allerdings zog sich im Jahr 2003 die Stadt Wien aus der Trägerschaft der Spitals- und Lehrlingsbüchereien wieder zurück.

Seit 1982 können gehbehinderte Menschen durch einen Hausbesuchsdienst mit Büchern versorgt werden.
Im Rahmen einer Reform der Geschäftsgruppeneinteilung des Wiener Magistrates wurden die Städtischen Büchereien 1979 aus dem Kulturamt ausgegliedert und in die neu geschaffene Magistratsabteilung 13 (Bildung und außerschulische Jugendbetreuung) integriert.

Städtische Hauptbücherei 1970-2002

Städtische Hauptbücherei
"Haus des Buches" (1970-2002)

Während der Leitungszeit von Franz Pascher (1976-1998) wurde der Servicecharakter weiter verstärkt. Neue Medien fanden Eingang in den Bestand und die Bibliotheksarbeit wurde nunmehr durch EDV-Systeme unterstützt. Ebenso verschärften die Büchereien ihr Profil als Kultureinrichtung und etablierten sich als lokale Zentren einer regen Veranstaltungstätigkeit.

Zur Jahrtausendwende konnten sich die Büchereien Wien unter der Leitung von Alfred Pfoser (1998-2007) als vollends vernetzte Einrichtung präsentieren. Die BenutzerInnen können nunmehr von zu Hause via Internet auf den elektronischen Katalog zugreifen, um Medienbestellungen und -verlängerungen zu tätigen. Ebenso bieten die Büchereien Wien kostenlose Internetzugänge in Form von Publikum-Workstations an.

Hauptbücherei bei Nacht

Hauptbücherei Am Gürtel (ab 2003)

Nachdem die alte Hauptbücherei bereits während der 1980er Jahre an ihre räumlichen Grenzen gestoßen war, wurde 2003 mit der Eröffnung der neuen Hauptbücherei am Gürtel (Urban Loritz-Platz) ein zukunftsweisender Meilenstein urbaner Bibliotheksentwicklung gesetzt.

2008 übernahmen Markus Feigl (bis 2016) die bibliothekarische und Elke Bazalka die wirtschaftliche Leitung der Büchereien Wien.

Seit 2009 nutzen die Büchereien Wien Social Media (Facebook, Twitter, YouTube) als zusätzliches Mittel der Kundenkommunikation. Und das mit Erfolg - unter den deutschsprachigen Bibliotheken ist die Facebook-Seite der Büchereien Wien die beliebteste und verfügt über die mit Abstand größte Zahl von Fans.

Ab Herbst 2010 wird mit der Virtuellen Bücherei Wien ein neues Online-Service zum Download digitaler Medien angeboten. Mit einer gültigen Büchereikarte kann kostenfrei und rund um die Uhr auf eBooks, eAudios und ePapers zugegriffen werden. Seit April 2015 gibt es zusätzlich die Overdrive-eLibrary mit ausschließlich englischsprachigen eBooks. Ende 2015 standen den BenutzerInnen rund 50.700 digitale Medien zur Verfügung. Die Virtuelle Bücherei und die eLibrary konnten 2015 457.600 Ausleihen verzeichnen.

2011 ist die damalige media wien Teil der Büchereien Wien geworden. Die ehemalige Landesbildstelle hat sich zu einem modernen Servicebetrieb gewandelt und stellt mit dem Bibliothekspädagogischen Zentrum der Büchereien Wien Wiener Schulen und Kindergärten ein breites und attraktives Angebot an Bildungsmedien (Filme, Themenboxen, CD-ROMs etc.) zur Verfügung.

Attraktive Neubauten und anspruchsvolle Renovierungen erhöhen die Effizienz des Büchereisystems, das (inkl. der Virtuellen Bücherei Wien) im Jahr 2015 mit einem Bestand von über 1,4 Millionen Medien in 40 Zweigstellen (inkl. der Bücherei der Raritäten) eine Quote von fast 5,9 Millionen Entlehnungen durch 192.400 BenutzerInnen erzielte.

Seit Mai 2016 wird dieser lange traditions- und erfolgreiche Weg von den Pionierzeiten der Volksbildung bis zu den Büchereien Wien des 21. Jahrhunderts unter der Leitung von Elke Bazalka und ihres Stellvertreters Christian Jahl fortgesetzt.

Heimo Gruber

zum Inhalt

Literatur

Bartenberger, Martin und Wendler, Christoph: Leseverhalten an Wiener Büchereien als Indikator für die Stimmungslage in Wien während der NS-Zeit. Projektbericht im Rahmen des Forschungspraktikums "Hitlers Politbarometer" bei Univ.Prof. Walter Manoschek am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien.
Wien: Studienjahr 2008/2009 (Download des Abschlussberichtes als pdf-Dokument unter http://bibliofop.jottit.com

Bartenberger, Martin und Wendler, Christoph: Nationalsozialistische Büchereipolitik in Wien. Städtische Büchereien und Verein Zentralbibliothek im Vergleich.
In: Spurensuche. Zeitschrift für Geschichte der Erwachsenenbildung und Wissenschaftspopularisierung. 20./21.Jg. Heft 1-4. Wien 2012. S.335 ff.

Exenberger, Herbert: Die Arbeiterbüchereien der Stadt Wien nach dem März 1938. In: Wien 1938. Hrsg. von Felix Czeike. Wien 1978. S.237ff. (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, Bd.2)

Exenberger, Herbert: Die Wiener Arbeiterbüchereien. Ihre Geschichte und ihre kulturellen Leistungen im Dienste der Wiener Volksbildung. Wien 1968. (Volksbildungspreis 1968)

Freytag, Veronika: Lesen im Umfeld der Kirche: Studien und Dokumente zu katholischen Volksbibliotheken um die Jahrhundertwende in Österreich. Wien 1994. (Diplomarbeit Universität Wien)

Gruber, Heimo: Bücher aus dem Schutt. Die Wiener Städtischen Büchereien 1945-1950. Wien 1987

Kolar, Gisela: Ein "Vorspiel": Die Wiener Arbeiterbüchereien im Austrofaschismus. Wien 2008. (Diplomarbeit Universität Wien)
Download (PDF; 6,40 MB)

Mayr, Ernst: Die Hauptbücherei Wien. The Main City Library Vienna. Wien / New York 2005

Nötsch, Birgit: Eduard Reyer und die Anfänge des Vereins Zentralbibliothek. Wien 1989. (Hausarbeit Städtische Büchereien)

Obadalek, Renate: Frauen im Arbeiter- und Volksbüchereisystem: Ehre, Leidenschaft und Verfolgung.
In: Österreichische Bibliothekarinnen auf der Flucht. Verfolgt, verdrängt, vergessen? Hrsg. von Ilse Korotin. Wien 2007. S.141ff.

Pfoser, Alfred: Die Leipziger Radikalkur. Die Wiener Städtischen Büchereien im Nationalsozialismus.
In: Bibliotheken während des Nationalsozialismus. Teil II. Hrsg. von Peter Vodosek und Manfred Komorowski. Wiesbaden 1992. S 91ff.

Pfoser, Alfred: Literatur und Austromarxismus. Wien 1980

Pfoser, Alfred: Die Wiener Städtischen Büchereien. Zur Bibliothekskultur in Österreich. Wien 1994

Pfoser, Alfred: Die Wiener Städtischen Büchereien als "Nährmutter" einer Autorengeneration. Vision und Realität, Marketing und Missverständnisse.
In: Im Keller. Der Untergrund des literarischen Aufbruchs um 1950. Hrsg. von Evelyne Polt-Heinzl und Daniela Strigl.
Wien 2006. S.99ff.

Pfoser, Alfred: Die Wiener Städtischen Büchereien im Nationalsozialismus.
In: Bibliotheken während des Nationalsozialismus. Teil I. Hrsg. von Peter Vodosek und Manfred Komorski. Wiesbaden 1989. S.273ff.

Schelling, Albert: Die "Bücherei am Gürtel": eine Medienhalle für das 21.Jahrhundert? Das Bibliothekskonzept der Wiener Hauptbücherei im Kontext von Eduard Reyer und der Bücherhallenbewegung. Wien 2006
(Projektarbeit im Rahmen der hauptamtlichen Ausbildung für BibliothekarInnen - Download auf der Seite des BVÖ)

Steinlechner, Karin: Abschnürung und Weltoffenheit. Der Aufbau des Buchbestandes der Wiener Städtischen Büchereien nach 1945.
In: Zur Geschichte der Öffentlichen Bibliotheken in Österreich. Hrsg. von Alfred Pfoser und Peter Vodosek. Wien 1995. S.118ff. (BVÖ-Materialien 2)

Stickler, Michael: Die Volksbüchereibewegung in Österreich.
In: Die Bibliotheken Österreichs in Vergangenheit und Gegenwart. Wiesbaden 1980. S.157ff. (Elemente des Buch- und Bibliothekswesens, Bd.7)

Stifter, Christian: "Library work is not philantropy". Zur historischen Rolle der Volksbüchereien im Kontext der Volksbildung des 19. und 20.Jahrhunderts.
In: Zur Geschichte der Öffentlichen Bibliotheken in Österreich. Hrsg. von Alfred Pfoser und Peter Vodosek. Wien 1995. S.70ff. (BVÖ-Materialien 2)

Die verbrannten Bücher ­ 10.5.1933.
Redaktion: Alfred Pfoser und Friedrich Stadler. Wien 1983. (Schriftenreihe des Instituts für Wissenschaft und Kunst, Nr.3)

Vodosek, Peter: Eduard Reyer, der Verein "Zentralbibliothek" in Wien und das bürgerliche Engagement.
In: Mäzenatentum für Bibliotheken. Philantropy for Libraries. Hrsg. von Peter Vodosek, Alistair Black und Peter Hoare. Wiesbaden 2004. S.49ff.

Weghaupt, Gabriele: Die Geschichte des Vereins Zentralbibliothek. Wien 1991. (Hausarbeit Städtische Büchereien)

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Bildnachweis:

Büchereien Wien
Historisches Museum der Stadt Wien
Österreichisches Volkshochschularchiv
Pfoser, Alfred: Austromarxismus und Literatur. Wien 1980
Pfoser, Alfred: Die Wiener Städtischen Büchereien im Nationalsozialismus. In: Bibliotheken während des Nationalsozialismus. Teil 1. Hrsg. Peter Vodosek und Manfred Komorski. Wiesbaden 1989

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