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Daniela Meisel: Wovon Schwalben träumen

Roman

Mit dem Tod ihrer Großmutter Freda scheint Maries unbesorgte Jugend ein Ende gefunden zu haben. Entscheidungen können nicht mehr so leicht hinausgeschoben werden, besonders wenn sie weitreichende Veränderungen bedeuten. Manchmal kommt sie in die Wohnung der Verstorbenen, als wollte sie deren Rat einholen. Freda wuchs in den 30ern auf als uneheliches Kind und Außenseiterin in der Schule... (Picus, 2018)

Dafür gab es umso mehr Unabhängigkeit und Naturverbundenheit. Stundenlang kann sie durch Wald und Wiesen streunen, Tiere beobachten und vom Pilotin-Sein und Hosentragen träumen. Zum Raufen hat sie einen kleinen Ziegenbock. Und beiläufig wie zwingend ergreift um sie herum der Nationalsozialismus Besitz von Welt und Menschen...

Daniel Meisels „Zeitbild mit Mädchengestalt“ ist mehr als überzeugend gelungen. Mit sparsamen, präzisen Strichen zeichnet sie eine dörfliche Sozialstruktur, die sich um ein regelwidriges Dasein kräuselt und ihm gerade dadurch zu besonderer Eigenständigkeit verhilft. Gut aufgehoben im großelterlichen Haushalt hat Freda einen Rückhalt für ihren Welttrotz, und wo sie bei den Menschen Zurückweisung erfährt, fühlt sie sich in der Natur aufgehoben. Ihre erste Freundschaft mit einem Gleichaltrigen zieht sie hinein in den üblen Verlauf der Geschichte. Fredas Charakter erschließt sich der Leserin, dem Leser wie von selbst, die sinnlich bildstarke Erzählweise der Autorin zieht sie in die Lebenswelt des Mädchens hinein. Die Rahmenerzählung von Enkelin Marie wirkt dagegen gewollt banal.
Daniela Meisel beherrscht ihr Handwerk souverän. Die Treffsicherheit ihrer Beobachtungen, die Klarheit der Erzählung und die Stimmigkeit ihrer lebensvollen Bilder nehmen unmittelbar gefangen. Ein biographischer Zeitroman auf zwei Ebenen und literarisches Meisterwerk von starker Mitteilungskraft.

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