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Stephen Davies: Blood & ink - die Bücher von Timbuktu

Im März 2012 verbünden sich im westafrikanischen Mali die Tuareg mit der militanten Islamistengruppe Verteidiger des Glaubens  um das durch einen Militärputsch entstandene Machtvakuum zu nutzen und die Stadt Timbuktu zu erobern, die für ihre kostbaren Handschriften berühmt ist. Der Hirtenjunge Abdullai, ein Angehöriger der Fulbe, kämpft als Ali Konana unter der Führung Rotbarts auf der Seite der Islamisten. Die selbstbewusste Kadija dagegen gehört zu einer der ältesten Familien Timbuktus, spielt in einer Band und hütet gemeinsam mit ihren Eltern wertvolle Manuskripte. Hilflos muss sie mitansehen, wie ihre Stadt eingenommen und die Scharia eingeführt wird: Frauen werden fortan gezwungen, sich ab dem zehnten Lebensjahr zu verschleiern, Musik und Tanz verboten. Auch die jahrhundertealten Handschriften, die die Legenden der lokalen Heiligen erzählen, sind von der Vernichtung bedroht. Als eine Gruppe von Islamisten, angeführt von Ali eine Bar in die Luft sprengt, zerstören sie auch die Musikinstrumente von Kadijas Band. Obwohl diese Aktion die beiden zu Feinden macht, fühlen sich Kadija und Ali auch zueinander hingezogen und suchen die Nähe des jeweils anderen, um diesen von der Richtigkeit der eigenen Werte zu überzeugen. Kadija geht immer wieder auf Konfrontation zum Regime, singt auf einer im Geheimen abgehaltenen Hochzeit und nimmt am Protest der Frauen Teil, als diese öffentlich ihre Schleier zerreißen. Ali wiederum versucht Kadija zu beschützen und gleichzeitig auf den richtigen Weg zu führen. Mittels eines Tricks entlockt er ihr schließlich das Geheimnis um das Versteck der Manuskripte. Nun müssen die beiden beweisen, wie weit sie gehen wollen, um das zu verteidigen, woran sie glauben...

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In seinem gut recherchierten Jugendroman erzählt Stephen Davies von den Auswirkungen des radikalen Islams auf die traditionsreiche Stadt Timbuktu vor dem Hintergrund der realen Ereignisse in Mali in den letzten Jahren. Anhand der kontroversen Perspektiven seiner beiden Protagonisten zeigt er anschaulich die Bandbreite des Islams, indem er einem auf Gewalt gegen Andersgläubige und die Unterdrückung der Frauen ausgerichteten Terrorregime eine tolerante, auf der Tradition des Sufismus aufgebaute Gesellschaft gegenüberstellt. Die Liebesgeschichte zwischen Kadija und Ali erscheint dabei angesichts der brutalen und kompromisslosen Welt der Islamisten wie ein Märchen, das eigentlich keine Entsprechung in der Realität finden kann. Dennoch vermag "Blood & ink" durch seine eindringlich erzählte Geschichte zu fesseln und das Interesse für eine in Europa wenig beachtete Region der Welt zu wecken.

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