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Jecker Lambreva, Evelina: Vaters Land

Roman

Inna Kamenarova wird in den 1960er-Jahren in Bulgarien als Tochter eines Ärztepaares geboren und verbringt einen großen Teil ihres Lebens im kommunistischen Regime. Besonders ihr Vater eckt mit seiner kritischen Haltung und mit seiner Liebe für Deutschland und die deutsche Sprache immer wieder an und erschwert somit das Leben der Heranwachsenden. Streitbar und eigensinnig isoliert sich und seine Familie zunehmend. Jahrzehnte später, 1989 ist längst vorbei und Inna inzwischen in die Schweiz emigriert, erhält sie die Nachricht vom Tod ihres Vaters. Mit ihrem Sohn und ihrem Mann Theo macht sie sich in ihr Heimatland auf, um ihren Vater zu beerdigen. Diese Reise ist nicht nur eine Reise in ihre persönliche Vergangenheit, sondern auch in die Vergangenheit Bulgariens... (Braumüller 2014)

„Vaters Land“ ist nicht das Erstlingswerk der als Psychiaterin und Psychotherapeutin tätigen Jecker Lambreva, allerdings der erste auf Deutsch verfasste Roman der Autorin. Das Buch ist genauso die Aufarbeitung einer problematischen Vater-Tochter-Beziehung wie auch eine Abrechnung mit dem kommunistischen Bulgarien und all seinen Ungerechtigkeiten. Jecker Lambreva präsentiert die Handlung in zwei Zeitebenen – einerseits der Weg zum Begräbnis, andererseits die Erinnerungen, die Inna permanent kommen. Durch diese Erzählweise sind es vor allem die Kontraste, die das Buch prägen. Der herrische und brutale Vater der Vergangenheit steht im Gegensatz zum liebevollen und sanften Großvater, den ihr Sohn Danail kennt, Innas Suche nach Liebe und elterlicher Anerkennung ist an einem Endpunkt angelangt. Insofern ist „Vaters Land“ auch die Geschichte einer Aussöhnung mit einer Vaterfigur. Gegensatzgeprägt ist auch die väterliche Vorliebe für das Deutsche und die Verachtung für den kommunistischen Staat, dessen Absurdität anektotenhaft – in Form von Familienerinnerungen – geschildert wird. Die sprachlichen Qualitäten des Textes treten vor allem in den Naturschilderungen hervor, die die Autorin oft für Überleitungen und Anknüpfungspunkt nutzt.
Mit „Vaters Land“ gelingt Evelina Jecker Lambreva ein vielschichtiger und unterhaltsamer Roman, in dem sich Familien- und Zeitgeschichte verschränken und für die Lesenden greifbar werden.

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