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Kamila Shamsie: Hausbrand

Roman

Kamila Shamsies aktueller Roman 'Home Fire' war für den Man Booker Prize nominiert und gewann den renommierten 'Women´s Prize for Fiction 2018'. 'Hausbrand', so der deutsche Titel, gibt nur unzureichend wieder, was der englische vielschichtig anzudeuten vermag, u.a. weil ein wesentlicher Teil des Romans im 'Home Office' spielt, dem englischen Innenministerium... (Berlin Verlag, 2018)

 

Der Text ist eine streng konstruierte Paraphrase auf Sophokles' Tragödie „Antigone“. Die Autorin, selbst in Pakistan geboren, hat britischen Politikern mit pakistanischen (und muslimischen) Wurzeln eine griechische Tragödie um Identität und Loyalität auf den Leib geschrieben. Der Fluch des Ödipus, der auf den Geschwistern Ismene und Antigone lastet, ist in „Hausbrand“ die Dschihad-Vergangenheit des Vaters von Isma, Aneeka und Parvaiz. Letzterer macht sich als 19jähriger von London auf, um es dem nie gekannten Vater gleich zu tun, während die Schwestern, jede auf ihre Art, einen Platz als Muslima in der westlichen Gesellschaft einzunehmen versuchen. Die Liebesgeschichten der Schwestern mit dem Sohn des Innenministers bekommen eine für den gesamten Text höchst komplexe Dimension, die notwendig ist, um das Aufeinanderprallen privater und öffentlicher Interessen im richtigen Maß zu motivieren. Das Ende mit aller medialen Zuspitzung wirkt konstruiert und übertrieben, aber ohne Pathos kommt auch heutzutage eine Tragödie nicht aus.

Nicht jede Leserin und nicht jeder Leser wird die viele Anspielungen auf reale britische Politik und zahlreiche Begriffe aus dem  Alltag in einem Immigranten-Viertel Londons zur Gänze verstehen, das Buch vermittelt dennoch ein lebhaftes Bild der Identitätssuche und der widerstreitenden politischen Ansichten über Integration und Chancengerechtigkeit.
Dem Roman sind viele Leserinnen und Leser zu wünschen, weil es ein komplexes Thema vielschichtig und literarisch anspruchsvoll bearbeitet und weil es spannend zu lesen ist.

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