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Mela Hartwig: Inferno

Roman

Der Literaturverlag Droschl veröffentlicht Werke von Autorinnen, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet oder vertrieben worden sind und deren Schaffen nach 1945 in Vergessenheit geraten ist. Eine davon ist Mela Hartwig. Den Roman ‚Inferno‘ verfasste die Autorin in den Jahren 1946–1948 in London im Exil, wo sie bis zu ihrem Tod 1967 lebte. 70 Jahre nach seiner Fertigstellung wurde dieser Roman nun erstmals veröffentlicht... (Droschl, 2018)

Sie erzählt darin vom Leben in Wien während der Jahre 1938 bis 1945 aus der Sicht einer jungen, künstlerisch begabten Frau bürgerlicher Herkunft. Ursula ist erfüllt vom Wunsch, Malerin zu werden. Erst nach und nach stellt sie sich der politischen Realität: Sie ist fassungslos angesichts der eskalierenden Konflikte zwischen dem Vater und ihrem fanatisch nationalsozialistischen Bruder. Die beklemmende Stimmung in ihrer von den Nazis überwachten Kunstschule versucht sie zunächst auszublenden, für eine Weile scheint sie sich sogar dem Fanatismus des Regimes anzuschließen...
Inhaltlich zeigt das Werk erstaunliche Parallelen zu Gerda Lerners zeitgleich verfasstem Roman Es gibt keinen Abschied‘ – auch wenn Lerner über die Zeit des Austrofaschismus schreibt. Beide Romane schildern das politische Erwachen einer jungen Frau aus bürgerlichem Hause: das Ringen mit der eigenen Angst, die Illusion einer unpolitischen Kunst, die Liebe zu einem Mann im Widerstand. Hartwig fokussiert auf die seelische und emotionale Entwicklung ihrer Protagonistin, ihre Sprache ist aus heutiger Sicht nicht frei von Pathos. Das Nachwort liefert nicht nur biographische Fakten zur Autorin, sondern auch wertvolle literaturgeschichtliche Hinweise. Aus stilistischer Sicht besonders bemerkenswert ist der den drei Teilen des Romans vorangestellte Text ‚Straßen‘: Ursula streift durch Wien und nimmt die Stadt mit den Augen einer Malerin wahr – hier erinnert das Werk wohl nicht zufällig an Mrs Dalloway, war Mela Hartwig doch mit Virginia Woolf befreundet. 

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